Blackout – Was tun bei Stromausfall?

Was tun bei Stromausfall?

Was ist ein Blackout?

Ein Blackout ist ein plötzlicher und vorübergehender Stromausfall, der durch eine Unterbrechung der Stromversorgung verursacht wird. In Deutschland können Blackouts durch Naturkatastrophen wie Stürme, Überschwemmungen oder Erdbeben verursacht werden, aber auch durch menschliches Versagen, wie technische Fehler, Sabotage oder eine Überlastung des Stromnetzes.

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout 2023 in Deutschland?

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es in Deutschland zu einem Blackout kommt. Deutschland hat ein sehr gut entwickeltes Stromnetz, das regelmäßig modernisiert und gewartet wird. Zudem werden die Netzbetreiber durch strenge gesetzliche Vorschriften dazu angehalten, ein hohes Maß an Netzstabilität zu gewährleisten. Daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass es in Deutschland zu einem großflächigen Blackout kommt.

Allerdings können regionale Stromausfälle vorkommen, wenn zum Beispiel ein Kraftwerk ausfällt oder ein Stromnetz überlastet wird.

Laut Bundesnetzagentur war die Stromversorgung im Jahr 2021 pro Verbraucher um Durchschnitt nur 12,7 Minuten lang unterbrochen1https://www.bundesnetzagentur.de. Doch in Ausnahmesituation kann der Strom auch mal für mehrere Tage ausfallen – vor allem dann, wenn Stromleitungen zum Beispiel durch Unwetter beschädigt werden. So kam es beispielsweise 2005 während des Schneechaos im Münsterland zu einem großflächigen Stromausfall. Es dauerte 6 Tage, bis alle Haushalte wieder ans Stromnetz angeschlossen waren2https://www.bbk.bund.de.

Viele Bereiche des Lebens sind von Strom abhängig

Strom ist ein wesentlicher Bestandteil des modernen Lebens. Ein Blackout kann daher mehr Lebensbereiche betreffen als man vielleicht im ersten Moment denkt.

  • Beleuchtung: Unmittelbar fehlt Strom im und um den eigenen Haushalt. Die Beleuchtung im Haus und auf der Straße fällt aus.
  • Haushaltsgeräte & Heizung: Elektronische Geräte, wie Kühlschrank, Heizung, Herd und Waschmaschine stehen nicht mehr zur Verfügung. Vor allem im Winter kann ein Ausfall der Heizung schnell unangenehm werden. Selbst Holzheizungen können bei einem Stromausfall nicht mehr funktionieren, denn auch die Heizungspumpe benötigt Strom.
  • Kommunikation: In der modernen Kommunikation spielt Strom eine entscheidende Rolle. So funktionieren klassische Empfangsgeräte, wie Fernseher oder Radios und moderne Telefone funktionieren nicht mehr, das Haus-Internet kann nicht mehr genutzt werden, selbst wenn einige Geräte, wie Mobiltelefone oder Laptops dank ihres Akkus noch eine Weile funktionieren. Nach einigen Stunden steht auch das Telefon-Festnetz nicht mehr zur Verfügung. Von einem großflächigen Stromausfall kann auch das mobile Netz betroffen sein – Anrufe oder die Internetnutzung mit dem Handy sind dann nicht mehr möglich.
  • Sicherheitstechnik: Alarmanlagen, Überwachungskameras, elektronische Schlösser und Türöffner fallen aus.
  • Transport: Von einem großflächigen Stromausfall kann auch der Transport betroffen sein. Aufzüge bleiben stehen, Zapfsäulen funktionieren nur mit Strom, öffentliche Transportmittel sind oft rein elektrisch angetrieben.

Die Liste lässt sich beliebig erweitern. In einigen Regionen kann es sogar zur Unterbrechung der Wasserversorgung kommen, wenn der Strom ausfällt.

Wie kann ich mich vorbereiten?

Mit ein wenig Vorbereitung kann ein vorübergehender Stromausfall gut gemeistert werden. Es ist eine gute Idee, so aufgestellt zu sein, dass man einige Tage im eigenen Haushalt ohne Strom auskommt.

Heizmöglichkeit

Funktioniert die Heizung nicht mehr, ist man mit einer alternativen Heizquelle im Vorteil. Wer einen Ofen oder Kamin hat sollte dauerhaft genügend Brennstoff, wie Holz, Briketts, Ethanol oder Kohle vorrätig halten.

Wer keine fest installierte, alternative Heizmöglichkeit hat, kann mit einer mobilen Heizlösung vorsorgen. Eine einfach Möglichkeit, mit der wenigstens ein Raum vor dem Auskühlen bewahrt werden kann ist ein Teelichtofen.

Effizientere Alternativen sind Petroleumöfen, Gasheizer oder Ethanol-Kamine.

WICHTIG: All diese Alternativen heizen durch Verbrennung. Dadurch wird der Luft Sauerstoff entzogen. Es ist daher überlebenswichtig, auch im Winter, für ausreichende Belüftung zu sorgen, wenn ein solches Gerät betrieben wird. Das gilt auch für die Verwendung von Kerzen. Ansonsten besteht die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung! Ein Kohlenmonoxidwarnmelder kann zusätzlich helfen, dieser Gefahr entgegen zu wirken.

Vom Gebrauch von Kerzen wird oft abgeraten, da Brandgefahr gegeben ist und im Falle eines Blackouts die Erreichbarkeit und Verfügbarkeit der Feuerwehr nicht unbedingt gewährleistet ist. Löschmittel wie einen Feuerlöscher oder eine Löschdecke bereit zu stellen ist ebenfalls eine sinnvolle Maßnahme.

Nutzen Sie außerdem niemals Holzkohlegrills oder andere Grillgeräte in geschlossenen Räumen!

Neben alternativen Heizmöglichkeiten können Decken und warme Kleidung dabei helfen, sich für einige Zeit warm zu halten. Es ist auch sinnvoll, dass sich alle Personen in einem Raum der Wohnung aufhalten – denn ein Raum ist einfacher auf Temperatur zu halten als eine ganze Wohnung oder sogar ein ganzes Haus. Auch hier ist es wichtig, trotzdem auf eine ausreichende Belüftung zu achten.

Beleuchtung

Es gibt mehrere Möglichkeiten für Licht zu sorgen wenn der Strom ausfällt. Es empfiehlt sich, mehr als eine dieser Möglichkeiten vorrätig zu haben:

  • Taschenlampe: batteriebetrieben (mit Ersatzbatterien), Solartaschenlampe oder Kurbeltaschenlampe – es ist sinnvoll, mehr als eine Taschenlampe vorrätig zu haben um im Falle eine Defekts ein Ersatzgerät zur Hand zu haben
  • Kerzen und Streichhölzer oder Feuerzeug
  • Camping- oder Outdoor-Lampen, batteriebetrieben (mit Ersatzbatterien) oder Petroleumlaternen (passenden Brennstoff vorhalten)

Achten Sie beim Verwenden von Kerzen unbedingt darauf, die Brandgefahr zu weit wie möglich zu reduzieren. Zum Beispiel durch die Verwendung von feuerfesten Gefäßen wie Windlichtern.

Nahrung

Es empfielt sich einen Notvorrat von nicht verderblichen Lebensmitteln und Wasser für mindestens 10 Tage für alle Mitglieder des Haushalts anzulegen wie vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfohlen. Dieser Lebensmittel-Notvorrat ist so angelegt, dass er auch kalt verzehrt werden kann.

Für die Zubereitung von warmen Speisen kann ansonsten ein Campingkocher mit Gaskartusche genutzt werden. Auch der Grill auf dem Balkon oder der Terrasse kann als Kochgelegenheit verwendet werden. Hier kann nicht nur gegrillt werden. Zum Beispiel mit Hilfe eines Dutch Ovens, der auf den Grill gestellt wird kann sogar gekocht werden.

Nutzen sie einen Grill niemals im Innenbereich! Es besteht Erstickungs- und Brandgefahr.

Notstrom & Kommunikation

Mit einer Powerbank können elektronische Geräte wie Mobiltelefone bei einem Stromausfall oft einige Male geladen werden. Eine größere Variante der Powerbank sind Powerstations, die in letzter Zeit deutlich günstiger und effizienter geworden sind. Sie haben eine deutlich höhere Kapazität und verfügen oft über einen Spannungswandler, der es ermöglicht, Geräte zu betreiben, die mit einer Netzspannung von 230 Volt arbeiten. Vereinfacht gesagt haben diese Geräte also eine normale Steckdose, wie wir sie auch in der Wohnung haben. Je nach Gerät kann hier sogar eine elektronische Herdplatte, ein Wasserkocher oder eine Kaffeemaschine betrieben werden.

Viele Powerstations verfügen außerdem über die Möglichkeit, ein passendes Solarmodul anzuschließen. So kann die Powerstation zum Beispiel am Fenster, auf dem Balkon oder auf der Terrasse wieder aufgeladen werden.

Bei einem länger anhaltenden Stromausfall informieren die Behörden die Bevölkerung über das Radio. Um auf dem Laufenden zu bleiben empfiehlt sich entweder ein batteriebetriebenes Radio oder ein Kurbelradio.

Was tun bei Stromausfall?

Bei einem Stromausfall sollten Sie zuerst sicherstellen, dass alle Familienmitglieder in Sicherheit sind. Schalten Sie alle elektrischen Geräte aus um einen Schaden sowie den unkontrollierten Betrieb zu vermeiden, wenn der Strom wieder geliefert wird.

Droht ein Hochwasser sind die Stromanbieter zwar angehalten, die Stromversorgung der betroffenen Gebiete zu unterbrechen. Dennoch sollten sie wenn möglich dafür sorgen, dass die Heizung und andere elektrische Geräte vor dem Wasser geschützt sind. Trennen sie die Stromversorgung der gesamten bedrohten Räumen. Wird ein Raum mit elektrischen Geräten überschwemmt darf dieser nicht betreten werden – es droht ein Stromschlag.

Bei einem Stromausfall ist es wichtig, ruhig zu bleiben und die Nerven zu bewahren. Im Normalfall ist ein Stromausfall nur regional und von kurzer Dauer. Sollten Sie sich Sorgen machen, wenden Sie sich an Ihre Familie, Freunde oder Nachbarn.

Schalten Sie das Radio ein, um Informationen und Anweisungen der örtlichen Behörden zu empfangen.

Quellenverzeichnis