Hochwasser – So sind Sie vorbereitet

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Wie wahrscheinlich ist ein Hochwasser?

Hochwasser gehören zu den häufigsten Naturkatastrophen weltweit. Das Risiko für Hochwasser variiert dabei je nach Region und deren geografischen Bedingungen.

Vor allem in Gebieten, die in der Nähe eines Flusses oder eines Sees liegen sind kleinere Überschwemmungen ganz normal und regelmäßig Teil des Ortsbildes. Immer wieder kommt es dort jedoch zu extremen Hochwassern, die verheerende Auswirkungen auf Menschen, Eigentum und Umwelt haben. Statistisch gesehen passiert das einmal in 100 Jahren. Man spricht dann von einem Jahrhunderthochwasser oder einer Jahrhunderflut. In Deutschland fand ein solches Ereignis zuletzt im Juli 2021 statt1https://www.bpb.de, als es in Westdeutschland und Belgien nach starken Regenfällen zu Überflutungen kam, die allein in Deutschland über 180 Menschen das leben gekostet haben und Sachschäden in Milliardenhöhe verursachten.

Da Wetterereignisse mit Starkregen immer häufiger werden, kann es jedoch auch abseits großer Gewässer zu schweren Überschwemmungen kommen. Auch kleine Bäche können sich bei Starkregen oder Schneeschmelze zu einem reißenden Strom verwandeln, wie 2021 in Euskirchen, wo 24 Menschen ums Leben kamen2https://www.t-online.de.

Eine erste Einschätzung zum Hochwasser- und Starkregen-Risiko an Ihrem Wohnort bietet zum Beispiel der kostenlose Hochwasser-Check des Gesamtverband der Versicherer (GDV).

Überschwemmung und Absperrung wegen Hochwasser

Sie leben in einem Risikogebiet? So sorgen Sie vor.

Ist ihre Wohnlage hochwassergefährdet oder anfällig für Überschwemmungen bei Starkregen sollten Sie einige Vorbereitungen treffen:

Erstellen Sie einen Evakuierungsplan

Machen Sie sich frühzeitig Gedanken über eine mögliche Evakuierung aus der Gefahrenzone

  • Wer muss evakuiert werden? Gibt es Kranke, Kinder oder andere hilfsbedürftige Personen und können diese rechtzeitig evakuiert werden? Gibt was Haustiere, die evakuiert werden müssen?
  • Wohin evakuieren Sie? Legen Sie Fluchtmöglichkeiten und Rückzugsorte fest und verabreden Sie Schutzorte für Kranke und hilfsbedürftige Personen sowie für Haustiere.
  • Besprechen Sie den Plan mit allen Beteiligten, teilen Sie die Aufgaben auf und stellen Sie sicher, dass jeder den Plan und die eigenen Aufgaben kennt.
  • Besprechen Sie sich mit Nachbarn, sprechen Sie Not- und Gefahrenzeichen ab und stellen Sie sicher, dass Sie kommunizieren können, wenn Telefon oder Mobilfunk ausfallen. Wasserdichte Walkie Talkies* können beispielsweise eine Möglichkeit sein, sich auch über einige Distanz auszutauschen und zueinander zu finden.

Bereiten Sie Notgepäck Vor

Der Zweck eines Fluchtrucksacks, auch Notfallrucksack, Survival Rucksack oder Bug-Out-Bag genannt, ist es, einem Menschen in einer Notfallsituation eine schnelle und effiziente Evakuierung zu ermöglichen. Er enthält alle notwendigen Gegenstände, die man in einer Notfallsituation braucht.

Alle Informationen zur Zusammenstellung des Notfallgepäcks finden Sie in unserem Beitrag Fluchtrucksack Packliste – Was sollte rein?.

Legen Sie einen Notvorrat an

Selbst wenn Sie nicht direkt von einem Hochwasser betroffen sind, kann es in Hochwassergebieten dazu kommen, dass für längere Zeit Wasser und Strom abgeschaltet sind, dass Sie von der Außenwelt abgeschnitten sind und dass Sie keine Einkäufe tätigen können. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alles nötige für einen solchen Fall im Haus haben. Dazu gehören Lebensmittel, Hygieneartikel und eine Hausapotheke sowie eine gewisse Ausrüstung für den Fall, dass Ihr Haushalt ohne Wasser und Strom ist. Hier finden Sie entsprechende Listen, um Ihren Notvorrat zu planen:

Optimieren und Schützen Sie Haus und Wohnung

  • Prüfen Sie ihr Haus auf Starkregen- und Hochwasseranfälligkeit und führen Sie gegebenenfalls vorsorgende bauliche Maßnahmen durch (Bsp.: Topografie um das Haus, Drainage, Stauschwellen, Rückstauklappe). Mehr Informationen dazu bietet beispielsweise die Verbraucherzentrale in ihrem Unwetter Gebäude-Check
  • Überprüfen Sie ihre Versicherung. Hausratversicherungen und Wohngebäudeversicherungen schließen häufig Schäden durch Überschwemmung aus. Wer sich gegen die finanziellen Folgen von Hochwasser und Überschwemmungen absichern will, sollte daher eine Elementarschadenversicherung, die es sowohl für Wohngebäude als auch für Hausrat gibt.
  • Lagern Sie keine Gefahrenstoffe oder Wertgegenstände im Keller und sichern Sie ggf. Ihren Heizöltank gegen Aufschwimmen
  • Stellen Sie keine Elektrogeräte im Keller auf

Behalten Sie WarnmeLDungen im Blick


Verfolgen Sie die aktuellen Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen zum Beispiel über die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, NINA. Informationen zu Hochwasserständen finden Sie bei den Hochwasserzentralen der Länder. Viele Kommunen bieten außerdem online Starkregengefahrenkarten an.

Ein Hochwasser steht bevor – Diese Vorbereitungen sollten sie treffen

Informationen besorgen und weitergeben


Halten Sie sich über die aktuelle Lage, Warnhinweise und Neuigkeiten auf dem Laufenden und geben Sie die Informationen weiter.

Bringen Sie Kinder aus der Gefahrenzone


Bringen Sie nach Möglichkeit Kinder vor Eintritt der Gefahr aus dem Überschwemmungsgebiet in Sicherheit

Schutzmaßnahmen außen

  • Besorgen Sie Materialien, um den Schutz des Hauses gegen Überschwemmung zu stärken. Dazu zählen beispielsweise Sandsäcke, Schalbretter, wasserfeste Sperrholzplatten und Silikon
  • Parken Sie Fahrzeuge frühzeitig um
  • Halten Sie sich nicht in gefährdeten Gewässer- und Uferbereichen auf

Schutzmaßnahmen innen

  • Halten Sie Ihr Notgepäck bereit
  • Stellen Sie sicher, dass gefährliche Stoffe oder Chemikalien nicht vom Wasser erreicht werden können
  • Räumen Sie die Kellerräume aus
  • Bringen Sie Wertgegenstände, elektrische Geräte sowie Notvorräte in die oberen, hochwassergeschützten Räume
  • Laden Sie Handys, Funkgeräte und sonstige Notfallausrüstung mit Akku auf
  • Füllen Sie Eimer, Badewanne oder andere große Behälter mit Trinkwasser
  • Dichten sie, wo nötig Türen und Fenster ab
  • Stellen Sie alle elektrischen Geräte in Räumen, die volllaufen können ab und stellen Sie sicherheitshalber den Strom im gesamten Haus komplett aus (Sicherung raus) um Stromschlag während oder nach dem Hochwasser zu vermeiden
  • Stellen sie alle Heizungen ab
  • Stellen sie die Haupthähne für Gas und Wasser ab

Während des Hochwassers – So verhalten Sie sich richtig

Menschen sind wichtiger als Sachwerte


Bleiben Sie besonnen und bringen Sie zuerst sich und andere in Sicherheit. Achten Sie dabei besonders auf Kinder, Kranke und alte Menschen. Sachwerte sind zweitrangig.

bringen Sie sich nicht in Gefahr

  • Halten Sie sich, auch bei erst beginnender Überflutung auf keinen Fall in Kellern oder Tiefgaragen auf. Hier droht Lebensgefahr durch Ertrinken oder Stromschlag
  • Betreten Sie keine Uferbereich
  • Unternehmen Sie keine Rettungsversuche ohne die Hilfe anderer Personen
  • Befahren Sie mit Privatbooten kein hochwasserführendes Gewässer und befahren sie Hochwassergebiete nicht unnötig. Es besteht die Gefahr von Wellenbildung und Unterwasserhindernissen
  • Fahren Sie nicht mit dem Auto durch überflutete Straßen und starten Sie ihr Auto nicht, wenn es bis über die Räder im Wasser steht

Bleiben Sie informiert und folgen sie offiziellen Anweisungen


Verfolgen Sie aktuelle Lageinformationen und beachten Sie die Anweisungen und Absperrungen der Einsatzkräfte

Nach dem Hochwasser – das gilt es zu beachten

Bestandsaufnahme


Machen Sie eine Bestandsaufnahme und fotografieren Sie die Schäden asl Nachweis für die Versicherung

Trocknen und Aufräumen

  • Achtung! Fangen Sie erst an, das Wasser abzupumpen, wenn draußen der Wasserstand gesunken ist. Achten Sie dazu auf Informationen der Kommune. Zu frühes Abpumpen kann die Bodenwanne des Hauses beschädigen.
  • Trocknen Sie nasse Bereich so schnell wie möglich um Bauschäden und Schimmel zu vermeiden. Heizgeräte (können gemietet werden) sind dabei sehr hilfreich.
  • Entsorgen Sie kaputte Möbel und überschwemmte Lebensmittel. Essen Sie keine Lebensmittel die überschwemmt wurden oder in überschwemmten Gebieten wachsen.

Fachleute hinzuziehen

  • Wenn Gefahren- oder Schafstoffe ausgetreten sind, benachrichtigen Sie die Feuerwehr
  • Lassen Sie Elektrik und Heizungsanlagen prüfen, bevor Sie sie in Betrieb nehmen
Quellenverzeichnis